Boot Winterlager: Einwintern & Lagerung Tipps 2026

Boot Winterlager: Einwintern & Lagerung Tipps 2026

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer – Zeit, dein Boot winterfest zu machen. Die richtige Einwinterung entscheidet darüber, ob dein Boot im Frühjahr problemlos startet oder teure Reparaturen fällig werden. In diesem umfassenden Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Boot professionell einwinterst, welche Lageroptionen es gibt und wie du dabei richtig Geld sparst.

Egal ob Motorboot, Segelboot oder Schlauchboot – die Grundprinzipien der Einwinterung sind ähnlich. Frostschäden an Motor und Wassersystemen, Schimmelbildung in der Kabine und UV-Schäden am Rumpf lassen sich mit der richtigen Vorbereitung komplett vermeiden. Ich zeige dir, wie es geht.

Wichtig zu wissen: Frostschäden sind die häufigste und teuerste Winterpanne. Ein geplatzter Motorblock kostet schnell 3.000-8.000 € Reparatur. Mit 2-3 Stunden sorgfältiger Einwinterung vermeidest du solche Katastrophen komplett. Die Investition lohnt sich immer!

Inhaltsverzeichnis

Wann sollte ich mein Boot einwintern?

Der richtige Zeitpunkt für die Einwinterung hängt von deiner Region und der Wetterentwicklung ab. In Deutschland gilt als Faustregel: Ende Oktober bis Mitte November. Entscheidend ist nicht das Kalenderdatum, sondern die Temperatur.

Sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter 5°C fallen und erste Fröste drohen, solltest du handeln. Wasser gefriert bei 0°C – und gefrorenes Wasser dehnt sich um 9 % aus. Das reicht, um Motorblöcke, Wasserleitungen, Tanks und Pumpen zu sprengen.

Profi-Tipp: Lieber eine Woche zu früh als einen Tag zu spät! Ein unerwarteter Kälteeinbruch kann über Nacht Tausende Euro Schaden anrichten. Ich wintere meine Boote grundsätzlich Mitte Oktober ein – egal wie mild der Herbst ist. Sicher ist sicher.

Regionale Unterschiede beachten:

Winterlager-Optionen im Vergleich

Wo überwintert dein Boot? Die Wahl des richtigen Lagerplatzes beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch den Zustand deines Boots im Frühjahr. Hier die gängigsten Optionen:

Lager-Option Kosten (€/m² Bootslänge) Vorteile Nachteile Geeignet für
Hallenlager (Marina) 30-80 €/m² Optimaler Schutz, trocken, frostfrei, sicher Teuer, oft ausgebucht Hochwertige Boote, Yachten, Oldtimer
Freiluft-Winterlager 15-40 €/m² Günstig, meist verfügbar Witterungsausgesetzt, gute Plane nötig Motorboote, Segelboote mit guter Abdeckung
Trailer zu Hause 0 € (zzgl. Trailer) Kostenlos, jederzeit Zugriff, Kontrolle Platzbedarf, Diebstahlgefahr, Witterung Kleinere Boote bis 6 m, Schlauchboote
Garage/Scheune 0 € (falls vorhanden) Ideal: trocken, sicher, geschützt Nicht jeder hat Platz Alle Bootstypen (falls Platz vorhanden)
Im Wasser (beheiztes Hafenbecken) 40-100 €/m² Kein Kranen, sofort einsatzbereit Sehr teuer, nur in Spezialhäfen Große Yachten, Dauerliegeplätze

Meine Empfehlung: Für normale Motorboote bis 7 Meter ist ein Freiluft-Winterlager mit guter Plane das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei hochwertigen Yachten ab 30.000 € Wert lohnt sich ein Hallenlager. Schlauchboote und kleine Boote kannst du problemlos auf dem Trailer zu Hause lagern.

Komplette Einwinterungs-Checkliste

Hier die ultimative Checkliste für die Einwinterung deines Boots. Arbeite sie systematisch ab, dann kann nichts schiefgehen:

4-6 Wochen vorher:

Letzte Fahrt/Vor dem Kranen:

Nach dem Kranen/An Land:

Motor winterfest machen:

Wassersysteme:

Innenraum:

Elektrik:

Außen/Abdeckung:

Zeit-Check: Plane für die komplette Einwinterung 4-6 Stunden ein. Mit Helfer geht's schneller. Arbeite an einem trockenen, frostfreien Tag – bei Regen oder Temperaturen unter 5°C wird's mühsam.

Motor winterfest machen – So geht's

Der Motor ist das Herzstück deines Boots – und gleichzeitig am anfälligsten für Frostschäden. Ein geplatzter Motorblock kostet 3.000-8.000 € Reparatur. Mit der richtigen Einwinterung vermeidest du das zu 100 %.

Außenbordmotor einwintern:

  1. Motor vom Boot abbauen – Außenborder sollten grundsätzlich abgebaut und frostfrei gelagert werden (Keller, Garage, Werkstatt)
  2. Kühlsystem spülen – Mit Süßwasser durchspülen (auch wenn du nur im Süßwasser fährst – Algen und Schmutz sammeln sich an)
  3. Kraftstoffsystem – Tank voll, Fuel Stabilizer zugeben, Motor 5 Minuten laufen lassen
  4. Öl wechseln – Altes Öl enthält Säuren und Wasser – immer vor dem Winter wechseln, nicht im Frühjahr!
  5. Getriebeöl prüfen – Falls milchig (Wasser drin), sofort wechseln
  6. Zündkerzen – Herausdrehen, Fogging Oil einsprühen, Kerzen wieder locker eindrehen
  7. Propeller – Abbauen, reinigen, auf Beschädigungen prüfen, leicht einfetten

Innenbordmotor einwintern:

  1. Kühlsystem entleeren – ALLE Ablassschrauben öffnen (Motor, Wärmetauscher, Leitungen)
  2. Frostschutz einfüllen – Entweder Frostschutz in Kühlsystem pumpen ODER Kühlsystem komplett trocken lassen
  3. Motoröl wechseln – Motor warm fahren, dann Öl ablassen (warmes Öl fließt besser)
  4. Ölfilter wechseln – Immer zusammen mit Öl
  5. Kraftstoff konservieren – Tank voll, Stabilizer zugeben
  6. Fogging – Konservierungsspray in Ansaugtrakt sprühen, dabei Motor kurz laufen lassen
  7. Riemen prüfen – Auf Risse und Verschleiß checken, bei Bedarf jetzt tauschen

Häufigster Fehler: Kühlsystem nicht komplett entleeren! Manche Motoren haben versteckte Ablassschrauben. Check das Handbuch oder lass dir von einem Profi zeigen, wo ALLE Entleerungspunkte sind. Ein einziger Liter gefrorenes Wasser kann den kompletten Motor zerstören.

Wassersysteme entleeren

Wasserleitungen, Tanks und Pumpen sind genauso frostgefährdet wie der Motor. Jeder Liter Wasser muss raus!

Frischwassersystem:

Toilette/Abwassersystem:

Reinigung & Pflege vor dem Winter

Ein sauberes Boot übersteht den Winter deutlich besser. Schmutz, Salz und organische Rückstände greifen Material an und fördern Schimmel.

Außenreinigung:

Innenreinigung:

Konservierung:

Die richtige Winter-Abdeckung

Eine gute Abdeckung ist Pflicht – egal ob Hallen- oder Freiluftlager. Sie schützt vor Witterung, UV-Strahlung, Schmutz, Laub und Vogelkot.

Anforderungen an eine Winter-Plane:

Plane richtig installieren:

  1. Boot komplett trocken (keine Feuchtigkeit einschließen!)
  2. Stützgestell aufbauen (verhindert Wassersäcke)
  3. Plane straff spannen (kein Durchhängen)
  4. Belüftungsöffnungen unten offenlassen
  5. Regelmäßig kontrollieren (nach Stürmen nachspannen)

Schimmel-Gefahr! Die häufigste Ursache für Schimmel im Winter: komplett abgedichtete, nicht-atmungsaktive Planen. Kondenswasser sammelt sich, kann nicht entweichen – perfekte Bedingungen für Schimmel. Investiere in eine atmungsaktive Plane, auch wenn sie 50 € mehr kostet. Es lohnt sich!

Was kostet die Einwinterung?

Die Kosten variieren stark, je nachdem ob du selbst Hand anlegst oder alles der Werft überlässt:

Position DIY (Selbermachen) Werft-Service
Kranen/Transport 0 € (eigener Trailer) - 150 € 200-400 €
Einwinterungs-Arbeiten 0 € (eigene Arbeit) 300-800 €
Material (Öl, Filter, Frostschutz) 80-150 € Im Service enthalten
Winterlager (7m Boot, 6 Monate) 0 € (zu Hause) - 280 € 400-800 €
Winterplane (einmalig) 150-500 € 150-500 € (falls nötig)
Gesamt (pro Winter) 230-930 € 900-2.000 €

Ersparnis beim Selbermachen: 500-1.200 € pro Winter! Bei 10 Jahren Bootseigner-Dasein sind das 5.000-12.000 € gespart. Die Investition in Werkzeug und Know-how lohnt sich definitiv.

Kontrolle im Winter

Auch im Winterlager solltest du dein Boot nicht komplett vergessen. Ich empfehle monatliche Kontroll-Besuche:

Eine Stunde Kontrolle pro Monat kann böse Überraschungen im Frühjahr vermeiden!

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich mein Boot einwintern?

In Deutschland idealerweise Ende Oktober bis Mitte November, bevor die ersten Nachtfröste kommen. Entscheidend ist, dass die Temperaturen dauerhaft unter 10°C fallen. Spätestens wenn Frost droht, muss das Boot winterfest gemacht werden, um Frostschäden zu vermeiden.

Was kostet ein Winterlager für Boote?

Die Kosten variieren stark: Selbstlagerung auf eigenem Grundstück ist kostenlos. Hallenlager in Marinas kostet 30-80 €/m² pro Saison. Freiluftwinterlager 15-40 €/m². Komplettservice mit Ein- und Auswintern liegt bei 50-120 €/m². Für ein 7-Meter-Boot rechne mit 500-1.500 € pro Winter.

Muss ich den Motor ausbauen?

Bei Außenbordern: Ja, ausbauen und frostfrei lagern. Bei fest verbauten Innenbordmotoren: Nein, aber Kühlsystem komplett entleeren und Frostschutz einfüllen. Öl und Filter wechseln vor der Einwinterung. Kraftstoffsystem stabilisieren. Motor niemals mit Restwasser im Kühlsystem überwintern lassen.

Kann ich mein Boot selbst einwintern?

Ja, mit handwerklichem Geschick und unserer Checkliste absolut machbar. Du sparst 300-800 € gegenüber Werft-Service. Wichtigste Schritte: Motor winterfest machen, alle Wassersysteme entleeren, Boot gründlich reinigen, Abdeckung installieren. Plane 4-6 Stunden Zeit ein.

Brauche ich eine Bootsabdeckung?

Ja, unbedingt! Eine atmungsaktive Plane schützt vor Witterung, UV-Strahlung, Schmutz und Laub. Wichtig: Plane muss atmen können, sonst bildet sich Kondenswasser und Schimmel. Investiere 150-500 € in eine gute Winterplane – sie verlängert die Lebensdauer deines Boots um Jahre.

Wie verhindere ich Schimmel im Boot?

Gründlich trocknen vor Einwinterung, alle Polster entfernen und separat lagern, Luken/Schränke offen lassen für Luftzirkulation, Luftentfeuchter-Beutel verwenden, regelmäßig lüften im Winter. Niemals komplett abdichten – Luftzirkulation ist essentiell gegen Schimmelbildung.

Kai Petersen

Kai Petersen

Wassersport-Enthusiast und Boot-Tester seit 2018. Vom Schlauchboot bis zum Motorboot — ich teste alles auf Herz und Nieren. Mein Fokus: Praxistaugliche Empfehlungen für jedes Budget.

Quellen & weiterführende Informationen: