Wer nachts oder bei Nebel auf dem Wasser unterwegs ist, braucht die richtige Beleuchtung — nicht nur zur eigenen Sicherheit, sondern auch weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. Fehlende oder falsche Navigationslichter sind einer der häufigsten Gründe für Bußgelder bei Sportbootkontrollen.

In diesem Ratgeber erkläre ich dir, welche Lichter dein Boot braucht, was die Vorschriften sagen und welche LED-Navigationslichter sich 2026 lohnen.

💡 Gut zu wissen

Nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) und der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) muss jedes Boot von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sowie bei verminderter Sicht die vorgeschriebenen Lichter führen. Verstöße können mit Bußgeldern bis 150 € geahndet werden.

Welche Lichter braucht dein Boot?

Die Pflichtbeleuchtung hängt von der Bootslänge und dem Fahrtgebiet (Binnen oder See) ab. Hier die Übersicht:

Boote unter 7 Metern (z.B. Schlauchboote, kleine Motorboote)

Boote 7 bis 12 Meter (typische Sportboote)

Boote über 12 Meter

⚓ Binnen vs. See — was ist anders?

Binnenschifffahrt: Die Vorschriften der BinSchStrO gelten. LED-Lichter sind weit verbreitet und akzeptiert. Die Anforderungen an Tragweite und Sichtbarkeit sind etwas geringer als auf See.

Seeschifffahrt: Es gelten die KVR (COLREG). Navigationslichter müssen hier eine definierte Mindesttragweite haben (z.B. Seitenlichter: 2 sm für Boote unter 12m). BSH-Zulassung wird empfohlen.

Die wichtigsten Lichtarten erklärt

LichtFarbeWinkelPosition
Seitenlicht Backbord🔴 Rot112,5°Links
Seitenlicht Steuerbord🟢 Grün112,5°Rechts
Hecklicht⚪ Weiß135°Achtern
Toplicht⚪ Weiß225°Mast/Bug (vorn)
Rundumleuchte⚪ Weiß360°Höchster Punkt
Ankerlicht⚪ Weiß360°Vor Anker liegend
Zweifarbenlaterne🔴🟢225°Bug (< 12m)

LED vs. Glühbirne — warum LED die bessere Wahl ist

Moderne LED-Navigationslichter haben klassische Glühbirnen fast vollständig abgelöst. Die Vorteile sind eindeutig:

💡 Gut zu wissen

LED-Navigationslichter verbrauchen typisch nur 0,5-2 Watt pro Leuchte. Ein komplettes Set zieht also weniger als 5 Watt — das schafft jede Bootsbatterie locker über eine ganze Nacht.

Die 5 besten LED-Navigationslichter für Sportboote

1. Hella Marine NaviLED — Testsieger für Seefahrt

Hella Marine ist der Goldstandard bei Navigationslichtern. Die NaviLED-Serie bietet BSH-Zulassung, minimalen Stromverbrauch und eine extrem lange Lebensdauer. Perfekt für alle, die auf See unterwegs sind oder einfach das Beste wollen.

2. Aqua Signal Serie 34 LED

Die Serie 34 von Aqua Signal ist der Klassiker unter den Navigationslichtern. Deutsche Qualität, modularer Aufbau und eine riesige Auswahl an Varianten. Besonders praktisch: Die LED-Einsätze lassen sich bei Bedarf einzeln tauschen.

3. HERCHR LED Navigationslichter — Preis-Tipp

Für Freizeitboote auf Binnengewässern eine solide und günstige Lösung. Keine BSH-Zulassung, aber für Seen und Flüsse bei gelegentlicher Nutzung völlig ausreichend. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar.

4. Lalizas FOS LED Serie

Der griechische Hersteller Lalizas bietet ein breites Sortiment an LED-Navigationslichtern. Besonders interessant: Die batteriebetriebenen Modelle sind perfekt als Not-Set oder für Boote ohne feste Elektrik (Kanus, Schlauchboote).

5. DONGKER USB-Navigationslichter — für Kajaks & Kanus

Ideal für Kajakfahrer und Kanuten, die abends unterwegs sind. Die USB-aufladbaren Lichter werden einfach angeclipst — kein Bohren, keine Verkabelung. Nicht für den Seebereich geeignet, aber auf dem See oder Fluss eine praktische Lösung.

Worauf beim Kauf achten?

Zusatzbeleuchtung: Was ist erlaubt, was nicht?

Neben den vorgeschriebenen Navigationslichtern gibt es weitere Beleuchtungsoptionen:

Erlaubt und empfohlen

Verboten oder problematisch

Einbau-Tipps: Navigationslichter richtig montieren

  1. Position prüfen: Seitenlichter gehören möglichst weit vorn und auf gleicher Höhe (idealerweise am Bug)
  2. Sichtbarkeit testen: Lichter dürfen nicht durch Aufbauten, Segel oder Personen verdeckt werden
  3. Verkabelung schützen: Marinekabel verwenden, alle Verbindungen mit Schrumpfschlauch und Korrosionsschutz sichern
  4. Schalter einplanen: Navigationslichter über einen eigenen Schalter am Steuerstand bedienen
  5. Ersatzbirnen mitnehmen: Auch bei LED — ein Not-Set gehört an Bord

Häufige Fehler bei der Bootsbeleuchtung

FAQ — Häufige Fragen zur Bootsbeleuchtung

Welche Beleuchtung braucht ein Sportboot?

Jedes Sportboot braucht nachts und bei verminderter Sicht Navigationslichter: Rot (Backbord), Grün (Steuerbord) und ein weißes Hecklicht. Ab 12 Metern Länge sind Seitenlichter und Toplicht getrennt zu führen. Unter 7 Metern genügt bei langsamer Fahrt eine weiße Rundumleuchte.

Sind LED-Navigationslichter für Boote erlaubt?

Ja, LED-Navigationslichter sind erlaubt und heute Standard. Sie müssen die Anforderungen der KVR (See) bzw. BinSchStrO (Binnen) erfüllen. Für den Einsatz auf See sollten die Lichter BSH-zugelassen sein.

Was kostet ein LED-Navigationslichter-Set für Boote?

Einfache LED-Navigationslichter-Sets gibt es ab ca. 15-30 €. Hochwertige, BSH-zugelassene Markenprodukte von Hella Marine oder Aqua Signal kosten zwischen 80 und 250 € pro Set.

Muss ich ein Ankerlicht führen?

Ja, auf Gewässern mit Schiffsverkehr muss ein ankerndes Boot ein weißes Rundumlicht (360°) zeigen. Ausnahme: Boote unter 7m in besonderen Ankerbereichen, die durch ihre Lage geschützt sind.

Was passiert ohne korrekte Beleuchtung?

Bei einer Kontrolle droht ein Bußgeld bis 150 €. Deutlich schwerer wiegt das Risiko: Ohne korrekte Lichter wirst du von anderen Schiffen nicht erkannt — Kollisionsgefahr! Zudem kann deine Haftpflichtversicherung bei einem Unfall die Leistung kürzen oder verweigern.

Fazit: Sichere Beleuchtung muss nicht teuer sein

Die richtige Bootsbeleuchtung ist keine Frage des Budgets, sondern der Sorgfalt. Schon für unter 30 € bekommt man ein brauchbares LED-Set für Binnengewässer. Wer auf See unterwegs ist, sollte in BSH-zugelassene Lichter von Hella Marine oder Aqua Signal investieren — das Geld ist in der Sicherheit gut angelegt.

Mein Tipp: Navigationslichter vor jeder Fahrt kurz testen. Ein ausgefallenes Licht merkst du nachts auf dem Wasser nicht — andere Schiffe aber schon.