Bootslicht & Beleuchtung: Vorschriften 2026 — Kompletter Guide
Bootslicht class="hero-image" loading="lazy" style="width:100%;max-height:400px;object-fit:cover;border-radius:12px">Die richtige Beleuchtung auf deinem Boot ist nicht nur Pflicht – sie kann Leben retten. Navigationslichter sorgen dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer dich sehen, deine Fahrtrichtung erkennen und rechtzeitig ausweichen können. Falsche oder fehlende Beleuchtung führt zu Bußgeldern, gefährlichen Situationen und im schlimmsten Fall zu Kollisionen.
In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über Bootsbeleuchtung 2026: Welche Lichter gesetzlich vorgeschrieben sind, welche Unterschiede zwischen Binnen- und Seegewässern gelten, LED vs. Halogen, Installation, und welche Produkte wirklich taugen. Ich habe die aktuellen Vorschriften recherchiert und die besten Navigationslichter für verschiedene Bootstypen getestet.
Wichtig zu wissen: Die Beleuchtungsvorschriften unterscheiden sich erheblich zwischen Binnengewässern (Flüsse, Seen, Kanäle) und Seeschifffahrtsstraßen (Küstengewässer, offene See). Auf Binnengewässern gelten meist länderspezifische Regelungen, auf See die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR). Falsches Licht kann teuer werden – Bußgelder bis 500 € sind möglich.
Grundlagen: Welche Lichter gibt es?
Bevor wir in die Vorschriften einsteigen, solltest du die verschiedenen Lichttypen kennen. Hier die wichtigsten Navigationslichter und ihre Funktion:
Positionslichter (Seitenlichter)
- Steuerbordlicht (rechts): Grünes Licht, 112,5° Ausleuchtung nach vorne rechts
- Backbordlicht (links): Rotes Licht, 112,5° Ausleuchtung nach vorne links
Diese Lichter zeigen anderen, in welche Richtung dein Boot fährt. Siehst du ein grünes Licht, kommt das Boot von links – du hast (meist) Vorfahrt. Siehst du rot, kommt es von rechts – du musst ausweichen.
Hecklicht
Weißes Licht am Heck (hinten), 135° Ausleuchtung nach hinten. Zeigt anderen Booten, dass sie sich hinter dir befinden. Pflicht für Motorboote auf See und den meisten Binnengewässern.
Topplicht
Weißes Licht auf dem Mast oder über dem Boot, 225° Ausleuchtung nach vorne. Zeigt an, dass ein Motorboot unter Maschine fährt. Auf See Pflicht für Motorboote über 7 Meter Länge.
Rundumlicht
Weißes Licht, 360° rundum sichtbar. Ersetzt bei kleinen Booten (unter 7 Meter auf See, oft auch auf Binnengewässern) die Kombination aus Topplicht und Hecklicht. Einfachste Lösung für kleine Motorboote und Schlauchboote.
Ankerlicht
Weißes Rundumlicht, wird geführt, wenn das Boot vor Anker liegt (also steht). Pflicht bei Dunkelheit, wenn du nicht am Ufer/Steg liegst. Zeigt anderen: "Achtung, hier liegt ein Boot!"
Dreifarben-Topplicht (nur Segelboote)
Kombiniert rot, grün und weiß in einem Licht oben am Mast. Nur für Segelboote unter Segel (ohne Motor). Praktisch, weil nur ein Licht statt drei separate montiert werden muss.
| Lichttyp | Farbe | Sichtwinkel | Position | Zweck |
|---|---|---|---|---|
| Steuerbordlicht | Grün | 112,5° (rechts) | Bug rechts | Fahrtrichtung anzeigen |
| Backbordlicht | Rot | 112,5° (links) | Bug links | Fahrtrichtung anzeigen |
| Hecklicht | Weiß | 135° (hinten) | Heck | Boot von hinten erkennen |
| Topplicht | Weiß | 225° (vorne) | Mast/oben | Motorboot unter Maschine |
| Rundumlicht | Weiß | 360° (rundum) | Mast/oben | Kleine Boote / Anker |
| Dreifarben-Topplicht | Rot/Grün/Weiß | 360° kombiniert | Masttopp | Segelboot unter Segel |
Vorschriften auf Binnengewässern
Auf deutschen Binnengewässern (Flüsse, Seen, Kanäle) gelten die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) und regionale Verordnungen. Die Anforderungen sind meist weniger streng als auf See:
Motorboote auf Binnengewässern
Für Sportboote unter 20 Meter Länge gilt üblicherweise:
- Weißes Rundumlicht (360°, mindestens 1 Seemeile Tragweite) — einfachste und häufigste Lösung
- ODER: Positionslichter (grün rechts, rot links) + weißes Hecklicht
Viele Binnengewässer erlauben für kleine Motorboote das einfache weiße Rundumlicht als einzige Lichtquelle. Das spart Kosten und Montageaufwand. Prüfe aber die lokalen Vorschriften – auf Rhein, Elbe und anderen Bundeswasserstraßen können strengere Regeln gelten.
Segelboote auf Binnengewässern
Segelboote unter Segel können führen:
- Positionslichter (rot/grün) + Hecklicht (weiß)
- ODER: Dreifarben-Topplicht am Mast
Sobald der Motor läuft, gelten die Motorboot-Regeln!
Kleine Boote ohne Motor (Ruderboot, Kanu, Kajak)
Nicht-motorisierte Kleinfahrzeuge brauchen bei Dunkelheit mindestens eine weiße Lampe oder Laterne, die rechtzeitig gezeigt werden kann (z.B. Taschenlampe). Kein festes Licht vorgeschrieben, aber du musst dich bemerkbar machen können.
Binnen-Tipp: Viele Seen und Flüsse haben lokale Sonderregelungen. Auf dem Bodensee gelten z.B. die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung, auf bayerischen Seen oft eigene Verordnungen. Informiere dich VOR der ersten Fahrt beim örtlichen Wasser- und Schifffahrtsamt oder Hafenmeister über die genauen Anforderungen. Ein Anruf kann Bußgelder vermeiden!
Vorschriften auf Seeschifffahrtsstraßen (KVR)
Auf Seeschifffahrtsstraßen (Küstengewässer, Nord- und Ostsee, offene See) gelten die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR). Diese sind deutlich detaillierter und strenger als Binnen-Vorschriften:
Motorboote unter 7 Meter Länge
Vereinfachte Regelung für kleine Boote:
- Weißes Rundumlicht (360°, mindestens 2 Seemeilen Tragweite)
- Empfohlen: Zusätzlich Positionslichter (rot/grün), wenn möglich
Motorboote 7-12 Meter Länge
Hier wird es ernst:
- Topplicht (weiß, 225° nach vorne, 3 Seemeilen Tragweite)
- Positionslichter (grün rechts, rot links, je 2 Seemeilen Tragweite)
- Hecklicht (weiß, 135° nach hinten, 2 Seemeilen Tragweite)
Motorboote über 12 Meter Länge
Zusätzlich zu den oben genannten Lichtern:
- Zweites Topplicht höher als das erste (für bessere Sichtbarkeit)
- Höhere Tragweiten (5-6 Seemeilen für Topplichter)
Segelboote auf See
- Unter Segel: Positionslichter + Hecklicht ODER Dreifarben-Topplicht
- Motor-Segelboote (Motor läuft): Wie Motorboot + zusätzlich schwarzer Kegel tagsüber
Ankerlicht auf See
Boote vor Anker (nicht am Steg/Pier) müssen bei Dunkelheit ein weißes Rundumlicht im vorderen Bereich führen. Bei Booten über 50 Meter zusätzlich ein zweites Ankerlicht achtern. Tragweite mindestens 2 Seemeilen.
KVR-Merksatz: "Grün zu Grün, Rot zu Rot – alles klar, keine Not. Siehst du Rot zu meinem Grün – sofort Maschine back und flieh'n!" Dieser alte Segler-Spruch hilft beim Einschätzen von Begegnungssituationen. Siehst du nur das grüne Licht eines Bootes, fährt es von links nach rechts – du hast Vorfahrt. Siehst du Rot, kommt es von rechts – du musst ausweichen!
LED vs. Halogen: Was ist besser?
Moderne Navigationslichter gibt es in zwei Technologien: LED und Halogen. Die Entscheidung ist heute eigentlich klar – LED hat fast nur Vorteile:
LED-Navigationslichter
Vorteile:
- Extrem stromsparend: 0,5-2 Watt statt 10-25 Watt bei Halogen – bis 90 % weniger Verbrauch
- Lange Lebensdauer: 50.000+ Stunden (= ca. 20 Jahre bei normaler Nutzung)
- Keine Wärmeentwicklung: Kein Brandrisiko, Gehäuse bleibt kühl
- Sofort volle Helligkeit: Keine Aufwärmzeit
- Schockresistent: Kein empfindlicher Glühfaden, hält Vibrationen stand
- Kompakte Bauweise: Kleinere, leichtere Gehäuse möglich
Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis (amortisiert sich aber schnell durch Stromersparnis)
- Komplette Einheit muss getauscht werden (kein einfacher Leuchtmittel-Wechsel wie bei Halogen)
Halogen-Navigationslichter
Vorteile:
- Günstiger in der Anschaffung
- Leuchtmittel einzeln austauschbar
- Seit Jahrzehnten bewährt
Nachteile:
- Hoher Stromverbrauch (belastet Batterie stark)
- Kurze Lebensdauer (500-2.000 Stunden, oft Ausfall)
- Wird sehr heiß (Verbrennungsgefahr, Brandrisiko)
- Empfindlich gegen Stöße und Vibrationen
- Langsames Aufleuchten bei Kaltstart
Meine Empfehlung
Für Neuanschaffungen klar: LED. Der höhere Preis rechnet sich durch Stromersparnis und Langlebigkeit. Besonders bei Batteriebetrieb (Schlauchboote, kleine Motorboote ohne Generator) sind LED-Lichter unverzichtbar – Halogen saugt die Batterie leer.
Bestehende Halogen-Installation? Wenn sie funktioniert, kannst du sie nutzen – aber plane mittelfristig den Umstieg auf LED. Viele moderne LED-Lichter passen in alte Halogen-Halterungen (Retrofit-LED).
Installation & Montage
Die richtige Installation deiner Navigationslichter ist entscheidend – falsch montierte Lichter können gefährlicher sein als gar keine Lichter. Hier die wichtigsten Punkte:
Positionierung
- Steuerbord-/Backbordlicht: So weit vorne wie möglich am Bug, auf gleicher Höhe, symmetrisch
- Hecklicht: Am Heck, mittig, so hoch wie möglich (aber nicht höher als Topplicht)
- Topplicht: Höchster Punkt des Bootes (Mast, Bimini, Radarhalterung)
- Rundumlicht: Mindestens 1 Meter über der Reling, freie Rundumsicht (keine Abschattung durch Mast, Antennen)
Montage-Arten
- Fest verschraubt: Standard für größere Boote, wasserdichte Schrauben verwenden, Dichtung nicht vergessen
- Steckbar: Praktisch für Schlauchboote – LED-Stableuchten mit Sockel, schnell montierbar
- Magnetisch: Temporäre Lösung für kleine Boote – LED-Magnetlampen, nicht bei Seegang verwenden!
- Klemmmontage: Für Relingsrohr, schnell an-/abmontierbar
Verkabelung
- Nur marine-zertifizierte Kabel verwenden (verzinnte Kupferleiter, wasserdicht isoliert)
- Richtige Querschnitte wählen: 1,5 mm² für kurze Strecken (< 5m), 2,5 mm² für längere
- Sicherungen einbauen (5-10 A je nach Licht)
- Wasserdichte Steckverbindungen (IP67 oder besser)
- Kabel gegen Scheuern schützen (Kabelbinder, Schutzschlauch)
Ausrichtung & Sichtwinkel
Navigationslichter haben definierte Sichtwinkel (siehe Tabelle oben). Prüfe nach Montage:
- Sind rot/grün genau seitlich ausgerichtet? (je 112,5° nach vorne)
- Überlappen sie sich NICHT in der Mitte? (Sonst sehen andere beide Farben gleichzeitig – Verwirrung!)
- Ist das Hecklicht genau nach hinten gerichtet?
- Hat das Rundumlicht freie Sicht in alle Richtungen?
Am besten: Lass eine zweite Person das Boot umrunden und prüfen, ob die Lichter korrekt sichtbar sind.
Installations-Tipp: Verwende für jedes Licht einen separaten Schalter und beschrifte ihn (Steuerbord, Backbord, Heck, Topp, Anker). So kannst du je nach Situation die richtige Kombination einschalten. Bei LED ist der Verbrauch so gering, dass du auch alle Lichter gleichzeitig laufen lassen kannst – mehr Sichtbarkeit = mehr Sicherheit!
Die besten Navigationslichter 2026 im Vergleich
Ich habe die beliebtesten Navigationslichter getestet – hier meine Top-Empfehlungen für verschiedene Bootstypen:
1. Lalizas LED Navigationslicht Set — Bester Allrounder
Komplettes 3-teiliges Set (Rot/Grün/Weiß) für Motorboote bis 12 Meter. LED-Technologie, je 1 Watt Verbrauch, IP67 wasserdicht. Robustes Kunststoffgehäuse, einfache Steckmontage. Inklusive aller Halterungen und Schrauben. Preis: ca. 85 €. Perfekt für mittelgroße Motorboote und Schlauchboote mit Konsole.
2. Aqua Signal Serie 34 LED — Premium-Wahl
High-End-Navigationslichter mit Edelstahlgehäuse, extrem robust und langlebig. LED mit 2 Seemeilen Tragweite, BSH-zugelassen (Deutschland) und USCG-zertifiziert (USA). Perfekt für Seeschifffahrt und größere Yachten. Preis pro Licht: 120-180 €. Investition, die sich lohnt – hält 20+ Jahre.
3. Perko LED All-Round Light — Bestes Rundumlicht
360° LED-Rundumlicht für kleine Boote unter 7 Meter (KVR-konform). Steckmontage, Edelstahl-Basis, nur 0,7 Watt Verbrauch. 2 Seemeilen Tragweite. Perfekt für Schlauchboote, kleine Motorboote, als Ankerlicht. Preis: ca. 65 €.
4. LED Stecklichter für Schlauchboote — Budget-Tipp
Flexible LED-Stableuchten mit Klappfuß, einfach in Steckhalterung einzusetzen. Batteriebetrieb oder 12V-Anschluss. Set Rot/Grün/Weiß für ca. 45 €. Ideal für kleine Schlauchboote ohne feste Installation. Achtung: Nur auf Binnengewässern und küstennahen Bereichen – für Hochsee nicht zugelassen!
5. Navisafe Portable Tri-Color LED — Temporäre Lösung
Magnetisches, batteriebetriebenes LED-Licht mit wechselbaren Farben (Rot/Grün/Weiß). Perfekt für Kajaks, kleine Ruderboote, als Backup-Beleuchtung. 48 Stunden Laufzeit mit 2× AA-Batterien. Wasserdicht (IPX7). Preis: ca. 35 €. Nicht für Hochsee, aber super für Binnen-Gewässer und Notfälle.
| Produkt | Typ | Verbrauch | Zulassung | Preis | Für |
|---|---|---|---|---|---|
| Lalizas LED Set | Rot/Grün/Weiß | 3 × 1W | CE, ISO | ~85 € | Mittelgroße Boote |
| Aqua Signal Serie 34 | Einzeln wählbar | 2-3W | BSH, USCG | 120-180 €/Stk. | Yachten, See |
| Perko All-Round | Rundumlicht weiß | 0,7W | USCG, COLREG | ~65 € | Kleine Boote < 7m |
| LED Stecklichter | Rot/Grün/Weiß | 3 × 0,5W | CE (Binnen) | ~45 € | Schlauchboote |
| Navisafe Portable | Batterie, magnetisch | 0,3W | Nicht KVR | ~35 € | Kajak, Backup |
Häufige Fehler & Bußgelder
Falsche oder fehlende Beleuchtung kann teuer werden – und vor allem gefährlich. Hier die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest:
Fehler 1: Gar keine Lichter
Der Klassiker: Viele Bootsfahrer denken, "ist ja hell genug" oder "sind nur kurz unterwegs". Problem: Dämmerung kommt oft schneller als gedacht, und ohne Lichter bist du praktisch unsichtbar. Bußgeld: 50-150 €, bei Gefährdung bis 500 €. Noch schlimmer: Bei Unfällen volle Mithaftung!
Fehler 2: Falsche Farben
Rot und Grün vertauscht = katastrophal. Andere Boote schätzen deine Fahrtrichtung falsch ein → Kollision. Merke: Grün=Steuerbord=Rechts, Rot=Backbord=Links. Eselsbrücke: "Grün wie Gras, wächst auf der rechten Seite" (ok, schlechte Eselsbrücke, aber hilft manchen 😄).
Fehler 3: Defekte Lichter nicht ersetzen
Halogen-Lampen brennen durch – oft im unpassendsten Moment. Prüfe VOR jeder Fahrt alle Lichter. Ersatz-Leuchtmittel (bei Halogen) oder Backup-LED dabei haben. Bußgeld bei defekter Beleuchtung: 50-100 €.
Fehler 4: Zu schwache Lichter
Billig-LEDs aus dem Baumarkt haben oft nicht die vorgeschriebene Tragweite (2 Seemeilen auf See). Kaufe nur zugelassene Marine-Lichter mit CE-Kennzeichnung (besser: BSH oder USCG).
Fehler 5: Falsche Licht-Kombination
Rundumlicht UND Positionslichter gleichzeitig = falsch (verwirrt andere). Entweder Rundumlicht ODER Positionslichter + Hecklicht. Nur eine Kombination führen!
Fehler 6: Lichter nicht rechtzeitig einschalten
Gesetzlich vorgeschrieben: Bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, Regen. Profi-Tipp: Schalte Lichter schon 30 Min. vor Sonnenuntergang ein – besser zu früh als zu spät!
Achtung Kontrolle: Wasserschutzpolizei und Küstenwache kontrollieren regelmäßig die Beleuchtung – besonders in der Dämmerung. Bei fehlenden oder defekten Lichtern kann die Weiterfahrt untersagt werden. Du musst dann im Hafen bleiben oder abgeschleppt werden. Ersatzteile und funktionsfähige Beleuchtung = Pflicht!
FAQ — Häufige Fragen zu Bootslicht & Beleuchtung
Welche Lichter muss ein Boot haben?
Auf Binnengewässern benötigen motorisierte Boote unter 20 Meter Länge mindestens ein weißes Rundumlicht (360°) oder Hecklicht plus Steuerbordlicht (grün, rechts) und Backbordlicht (rot, links). Auf See gelten die Kollisionsverhütungsregeln (KVR): Motorboote brauchen Positionslichter (rot/grün Bug, weiß Heck) und bei Fahrt ein Topplicht. Segelboote haben zusätzlich oder alternativ ein Dreifarben-Topplicht. Unter 7 Metern genügt oft ein weißes Rundumlicht.
Wann muss ich Positionslichter einschalten?
Positionslichter müssen bei eingeschränkter Sicht (Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, starker Regen) und in der Nacht (von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang) geführt werden. Auf Seeschifffahrtsstraßen ist das Pflicht. Viele Skipper schalten die Lichter bereits 30 Minuten vor Sonnenuntergang ein, um besser gesehen zu werden. Bei Tagfahrten ohne Sichteinschränkung sind Lichter nicht vorgeschrieben, können aber die Sicherheit erhöhen.
LED oder Halogen — was ist besser für Bootslichter?
LED ist heute der klare Gewinner: 90 % weniger Stromverbrauch, 10x längere Lebensdauer (bis 50.000 Stunden), keine Wärmeentwicklung, schockunempfindlich, sofort volle Helligkeit. Halogen-Lampen verbrauchen viel Strom, werden heiß und brennen oft durch. Einziger Vorteil von Halogen: günstiger in der Anschaffung. Für moderne Boote sind LED-Navigationslichter die beste Wahl – besonders bei Batteriebetrieb. Achte auf zugelassene Marine-LED mit IP67-Schutz.
Was ist der Unterschied zwischen Positions- und Navigationslichtern?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber im Prinzip dasselbe: Lichter, die Position und Fahrtrichtung des Bootes anzeigen. Exakter: Positionslichter sind Steuerbord/Backbord (grün/rot) und Hecklicht (weiß). Navigationslichter ist der Oberbegriff für alle Lichter, die der Navigation und Kollisionsvermeidung dienen – inkl. Topplicht, Ankerlicht, Schlepplicht. Im Alltag: Beide Begriffe bezeichnen die Pflichtbeleuchtung nach KVR oder Binnenrichtlinien.
Braucht ein Schlauchboot Navigationslichter?
Ja, sobald das Schlauchboot motorisiert ist und bei Dunkelheit/Dämmerung fährt. Auf Binnengewässern reicht bei kleinen Booten oft ein weißes Rundumlicht. Auf See (Küstengewässer) gelten die KVR: Unter 7 Meter Länge genügt ein weißes Rundumlicht, darüber sind Positionslichter (rot/grün) plus Hecklicht Pflicht. Nicht-motorisierte Schlauchboote (nur Paddel) brauchen nur eine Taschenlampe zur Notbeleuchtung. Bei Nachtfahrten immer Lichter dabei haben – Kontrollen und Sicherheit!
Quellen & weiterführende Informationen:
- Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)
- Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
- Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO)
- Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO)
- Deutscher Motoryachtverband (DMYV)
- Deutscher Segler-Verband (DSV)
- Kollisionsverhütungsregeln (KVR) — Internationale Fassung 1972, letzte Änderung 2023
- Eigene Tests und Praxis-Erfahrungen auf Binnen- und Seegewässern 2018-2026
