Schlauchboot Zubehör 2026: Must-Haves für dein Boot
Schlauchboot Zubehör 2026: Must-Haves für dein BootDu hast dir ein Schlauchboot gekauft – aber ohne das richtige Zubehör wird dein Bootstrip schnell zum Frust-Erlebnis. Die mitgelieferte Handpumpe ist unbrauchbar? Der Anker fehlt und du treibst ab? Keine Rettungswesten? Ich zeige dir in diesem umfassenden Guide, welches Zubehör du wirklich brauchst, was nice-to-have ist und wo du richtig Geld sparen kannst.
Nach 8 Jahren und über 200 Bootstrips habe ich so ziemlich jedes Zubehörteil für Schlauchboote getestet – vom 10-Euro-Chinakracher bis zum 400-Euro-Premium-Echolot. In diesem Artikel teile ich meine ehrlichen Erfahrungen und verrate dir, was sich wirklich lohnt und was du dir sparen kannst.
Spar-Tipp: Kaufe NICHT alles auf einmal! Starte mit den Must-Haves (Pumpe, Anker, Reparatur-Kit, Westen) und rüste nach Bedarf auf. So findest du heraus, was du wirklich brauchst und vermeidest teure Fehlkäufe. Nach 2-3 Trips weißt du genau, was dir fehlt.
Must-Have Zubehör — Das brauchst du sofort
1. Elektrische Luftpumpe — Spart 15 Minuten Schweiß
Die mitgelieferten Handpumpen sind der blanke Horror. 10-15 Minuten Pumpen bis zur Erschöpfung, und dann ist das Boot immer noch nicht richtig prall. Eine elektrische Luftpumpe ist die beste Investition, die du für dein Schlauchboot machen kannst.
Was du brauchst:
- 12V-Anschluss: Läuft über den Zigarettenanzünder im Auto. Perfekt am See.
- Doppelhub-Funktion: Pumpt auf UND ab – du kannst das Boot blitzschnell entleeren.
- Hoher Druck: Mindestens 0,6 Bar, besser 0,8-1,0 Bar für festen Sitz.
- Adapter-Set: Verschiedene Ventil-Aufsätze für Boston-, Halkey-Roberts- und Mini-Ventile.
Top-Empfehlungen:
- Intex Quick-Fill 12V (~40 €): Preis-Leistungs-Champion. 650 l/min, schafft ein 3-4-Personen-Boot in 5-7 Minuten.
- Bravo BST 12 HP (~80 €): Premium-Pumpe mit Druckmesser. Sehr robust, ideal für große Boote.
- Sevylor BP 12V (~50 €): Kompakt, leise, perfekt für mittelgroße Boote.
2. Anker & Ankerseil — Ohne treibst du ab
Ein Anker ist absolut unverzichtbar. Ohne Anker kannst du nicht an einer Stelle bleiben – Wind und Strömung treiben dich sofort ab. Beim Baden, Angeln oder Picknick auf dem Wasser ist ein Anker Pflicht.
Anker-Typen für Schlauchboote:
- Faltanker: Beste Wahl für Schlauchboote. Kompakt, leicht, greift gut auf Sand/Schlick. 3-6 kg je nach Bootsgröße.
- Pilzanker: Günstig, aber sperrig. Gut auf Schlamm, schlecht auf Fels.
- Plattenanker: Simpel und billig. Funktioniert okay auf glattem Grund.
- Danforth-Anker: Profi-Lösung. Teurer, aber beste Haltekraft auch bei starkem Wind.
Gewichts-Empfehlung:
- 2-3 m Boote: 3-4 kg Anker
- 3-4 m Boote: 4-6 kg Anker
- Über 4 m / bei starkem Wind: 6-8 kg Anker
Ankerseil: Mindestens 20 m, besser 30 m. Faustregel: 3x Wassertiefe. Also für 10 m tiefe Gewässer = 30 m Seil. Schwimmfähiges Seil verhindert, dass es in die Schraube gerät.
Top-Picks:
- Faltanker 5 kg + 25 m Seil (~30 €): Klassiker, funktioniert überall.
- Danforth 4 kg (~45 €): Für windige Gewässer.
3. Reparatur-Kit — Rettet dich vor dem Untergang
PVC kann reißen. Äste, Steine, Muscheln – alles potenzielle Gefahren. Ein Reparatur-Kit sollte IMMER an Bord sein. Ein kleines Loch lässt sich in 5 Minuten flicken, wenn du das richtige Material dabei hast.
- PVC-Flicken in verschiedenen Größen (passend zu deinem Boot-Material)
- PVC-Kleber (wasserfest, UV-beständig)
- Schleifpapier (zum Anrauen der Fläche)
- Reinigungstuch (Alkohol oder Aceton)
- Ventil-Schlüssel (zum Nachziehen oder Austauschen von Ventilen)
Viele Schlauchboot-Hersteller bieten eigene Repair-Kits an – die sind meist perfekt abgestimmt auf dein Boot-Material. Alternativ: Universelle PVC-Reparatur-Kits (10-25 Euro).
Empfehlung: Sevylor Repair Kit (~15 €) – funktioniert mit allen PVC-Booten.
4. Rettungswesten — Sicherheit geht vor!
Auch als guter Schwimmer: Rettungswesten sind Pflicht! Unfälle passieren – du kannst dir den Kopf stoßen, ins kalte Wasser fallen (Kälteschock!), oder im Gewitter in Panik geraten. Eine Rettungsweste kann Leben retten.
Auftriebsklassen:
- 50 N (Newton): Binnengewässer, ruhiges Wasser. Für Erwachsene okay, wenn sie schwimmen können.
- 100 N: Sicherer, dreht bewusstlose Person auf den Rücken. Besser für Kinder und unsichere Schwimmer.
- 150 N: Küstengewässer, Meer. Auch mit Kleidung sicher.
Typ-Unterschied:
- Feststoffwesten: Günstiger (20-40 €), immer einsatzbereit, aber sperrig und warm.
- Automatik-Westen: Teurer (80-150 €), bequemer (aufblasen bei Wasserkontakt), aber wartungsintensiv.
Für normale Schlauchboot-Trips auf Seen: 50-100 N Feststoffwesten reichen völlig. Für Kinder immer passende Kinderwesten (nach Gewicht, nicht Alter!).
Top-Wahl: Secumar Bravo (~35 €) – 100 N, sehr bequem, lange haltbar.
Profi-Tipp Pumpe: Teste deine elektrische Pumpe VOR dem ersten Trip zu Hause! Prüfe, ob alle Adapter passen, ob der Druck ausreicht und ob dein Auto-Zigarettenanzünder genug Power liefert. Nichts ist frustrierender als am See festzustellen, dass die Pumpe nicht funktioniert.
Luftpumpen im Detail-Test
| Modell | Typ | Leistung | Max. Druck | Lautstärke | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Intex Quick-Fill 12V | Elektrisch | 650 l/min | 0,6 Bar | Mittel | ~40 € | ⭐⭐⭐⭐½ 4,4/5 |
| Bravo BST 12 HP | Elektrisch | 800 l/min | 1,0 Bar | Laut | ~80 € | ⭐⭐⭐⭐⭐ 4,8/5 |
| Sevylor BP 12V | Elektrisch | 600 l/min | 0,8 Bar | Leise | ~50 € | ⭐⭐⭐⭐ 4,3/5 |
| Intex Handpumpe | Manuell | Manuell | Unbegrenzt | Leise | ~15 € | ⭐⭐½ 2,5/5 |
| Bravo 6M Fußpumpe | Manuell | Manuell | Unbegrenzt | Leise | ~25 € | ⭐⭐⭐ 3,2/5 |
Mein Fazit: Welche Pumpe für wen?
- Budget-König: Intex Quick-Fill 12V – macht alles richtig für kleines Geld.
- Vielangler/Dauercamper: Bravo BST 12 HP – robust, schnell, langlebig.
- Leise-Variante: Sevylor BP 12V – perfekt für ruhige Seen, wo man niemanden nerven will.
- Backup/Notfall: Fußpumpe Bravo 6M – als Reserve im Boot, falls die Elektrik versagt.
Anker & Befestigung — Alles was du wissen musst
Anker richtig dimensionieren
Zu leichte Anker greifen nicht, zu schwere sind unpraktisch. Die Faustregel: 1 kg Anker pro Meter Bootslänge. Also 4 m Boot = 4 kg Anker. Bei starkem Wind oder Strömung lieber 1-2 kg mehr.
Ankerseil-Material
- Polypropylen (schwimmend): Perfekt für Schlauchboote. Verfängt sich nicht in der Schraube.
- Nylon (sinkend): Haltbarer, aber Gefahr bei Motorbetrieb.
- Kette + Seil: Profi-Lösung. 1-2 m Kette am Anker verhindert Abrieb auf steinigem Grund.
Ankern wie ein Profi
So ankerst du richtig:
- Position anfahren, Motor/Paddel stoppen
- Anker mit Schwung über Bord werfen (nicht einfach fallen lassen!)
- Boot langsam zurücktreiben lassen, dabei Seil ablassen
- Seil festmachen, wenn es straff ist
- Kurz Gas geben (rückwärts) um zu testen, ob Anker greift
Wichtig: Niemals das Ankerseil am Heck (Motor-Ende) befestigen! Immer vorne am Bug. Sonst kann Wind/Strömung das Boot kentern.
Anker-Hack: Befestige eine kleine Boje (leere PET-Flasche) am Ankerseil in 2-3 m Tiefe. So siehst du sofort, wo dein Anker liegt und vermeidest Verknotungen. Außerdem: Wenn der Anker festhängt, kannst du einfach die Boje greifen und von oben ziehen.
Sicherheits-Equipment — Über Must-Haves hinaus
1. Erste-Hilfe-Set (Wasserfest)
Ein Standard-Erste-Hilfe-Kasten wird auf dem Wasser nass und unbrauchbar. Du brauchst ein wasserdichtes Erste-Hilfe-Set (ca. 25-40 €). Inhalte: Pflaster, sterile Kompressen, Dreieckstuch, Rettungsdecke, Desinfektionsmittel, Schere, Pinzette.
Ergänze: Zeckenzange, Sonnencreme (LSF 50+), Insektenschutz, Medikamente (Schmerzmittel, Antihistaminika).
2. Signalmittel
Bei Notfällen musst du auf dich aufmerksam machen können:
- Signalpfeife: 120+ dB, bis 1 km hörbar. Kostet 5-10 €, kann Leben retten.
- Signalspiegel: Reflektiert Sonnenlicht, bis 10 km sichtbar. 5-8 €.
- Leuchtfackeln: Für Küstengewässer Pflicht, auf Seen nice-to-have. 20-40 €.
- Wasserdichtes Handy-Case: Smartphone = moderner Notruf. 15-30 €.
3. Bilgepumpe
Spritzwasser, Regen, verschüttete Getränke – Wasser im Boot nervt. Eine Hand-Bilgepumpe (15-30 €) oder Schwamm (3 €) schafft Abhilfe. Für große Boote lohnt sich eine elektrische Bilgepumpe (50-100 €).
4. Paddel (Backup)
Auch mit Motor solltest du IMMER Paddel dabei haben. Motor fällt aus? Benzin leer? Paddel rettet dich. Hochwertige Alu-Paddel kosten 30-60 € pro Paar und halten ewig. Die mitgelieferten Plastik-Paddel sind oft Schrott.
Komfort-Upgrades — Nice-to-Haves
1. Sonnenschutz / Bimini-Top
Stundenlang in der prallen Sonne? Ohne Sonnenschutz wird's zur Tortur. Ein Bimini-Top (Sonnensegel für Boote, 60-150 €) spendet Schatten und schützt vor UV-Strahlung. Für Schlauchboote gibt es klappbare Varianten, die an D-Ringen befestigt werden.
Alternativ: Sonnenschirme mit Boot-Halterung (30-50 €) – günstiger, aber weniger stabil bei Wind.
2. Sitzbänke & Sitzbock
Die Standard-Sitzbänke in Schlauchbooten sind hart und unbequem. Upgrades:
- Gepolsterte Sitzkissen: 15-30 €, einfach drauflegen, sofort bequemer.
- Angel-Sitzbock (schwenkbar): 60-120 €, perfekt zum Angeln, 360° drehbar.
- Aufblasbare Rückenlehnen: 20-40 €, verwandeln normale Sitze in Lounge-Sessel.
3. Kühlbox / Kühltasche
Warmes Bier? Nein danke! Eine Kühlbox (20-80 €) hält Getränke und Snacks frisch. Für Schlauchboote ideal: Soft-Kühlboxen/Kühltaschen – flexibel, leicht, passen sich dem Boot an.
4. Bootstisch
Zum Essen, Kartenspielen oder Köderwechseln: Ein klappbarer Bootstisch (30-70 €) ist mega praktisch. Befestigung an D-Ringen oder zwischen Sitzbänken. Wichtig: rutschfeste Oberfläche und Getränkehalter.
5. Dry Bag / Wasserdichte Tasche
Handy, Schlüssel, Geldbeutel, Kamera – alles muss trocken bleiben. Dry Bags (15-40 €) sind 100 % wasserdicht. Größen von 5 l (Wertsachen) bis 40 l (Kleidung, Ausrüstung).
6. LED-Navigation-Lichter
Für Dämmerungs- oder Nacht-Fahrten sind Navigationslichter Pflicht (grün/rot Seitenlichter + weißes Hecklicht). Batteriebetriebene LED-Sets gibt's ab 30-60 €. Magnethalterung für easy Montage.
Motor-Zubehör — Wenn du motorisieren willst
1. Benzintank / Batterie
- Benzinmotor: Externer Tank (6-12 l) ca. 25-50 €. Achte auf UN-Zulassung (Sicherheit!).
- Elektromotor: Marine-Batterie (12V, 80-120 Ah) ca. 100-200 €. Lithium-Akkus sind leichter, aber teurer (300-600 €).
2. Motorhalterung / Verstärkung
Nicht alle Schlauchboote haben eine stabile Motorhalterung. Nachrüst-Halterungen (Transom Mount) kosten 40-100 € und verstärken das Heck für sichere Motor-Montage.
3. Propeller-Schutz
Ein Propeller-Guard (15-30 €) schützt vor Wasserpflanzen, Treibgut und – wichtig! – verhindert Verletzungen. Besonders bei Badeausflügen mit Kindern unverzichtbar.
4. Treibstoff-Kanister & Trichter
Reserve-Benzin sollte in UN-zugelassenen Kanistern (20-40 €) transportiert werden. Einfüll-Trichter mit Filter (5-10 €) vermeidet Verschütten und Schmutz im Tank.
5. Echolot / Fischfinder
Für Angler ein Game-Changer: Echolot zeigt Fische, Unterwasserstruktur und Tiefe. Einsteigermodelle gibt's ab 100 €, Profi-Geräte mit GPS und Kartenplotter kosten 300-800 €.
Montage: Entweder fest am Spiegel (Heck) oder mit Schwenkarm. Für Schlauchboote ideal: tragbare Modelle mit Saugnapf-Geber.
Zubehör-Pakete — Fertig-Sets vs. Einzelkauf
Basis-Paket (~150-250 €)
- Elektrische Pumpe (40-80 €)
- Anker + Seil (25-40 €)
- Reparatur-Kit (15-25 €)
- 2x Rettungswesten (40-80 €)
- Dry Bag (20-30 €)
Komfort-Paket (~500-800 €)
Basis-Paket +
- Elektromotor (200-400 €)
- Marine-Batterie (100-150 €)
- Sonnendach (60-100 €)
- Sitzbock (60-80 €)
Angel-Profi-Paket (~1.000-1.500 €)
Komfort-Paket +
- Echolot (200-400 €)
- Zusätzliche Rutenhalter (40-80 €)
- Tackle-Boxen & Organisation (100-200 €)
- Kescher, Maßband, Waage (80-150 €)
FAQ — Häufig gestellte Fragen
Welches Zubehör brauche ich unbedingt für mein Schlauchboot?
Must-Haves sind: Elektrische Luftpumpe (spart Zeit), Reparatur-Kit (PVC-Flicken + Kleber), Rettungswesten für alle Personen, Anker mit Seil (mindestens 20 m), Paddel (falls nicht dabei), Dry Bag für Wertsachen und eine Transporttasche. Damit bist du für alle Situationen gewappnet.
Welche Pumpe ist die beste für Schlauchboote?
Elektrische Doppelhub-Pumpen sind am besten. Sie pumpen auf und ab, erreichen hohen Druck (bis 0,8 Bar) und sparen enorm Zeit. Top-Modelle: Intex Quick-Fill (ca. 40 Euro), Bravo BST 12 HP (ca. 80 Euro), oder Sevylor BP 12V (ca. 50 Euro). Achte auf 12V-Anschluss für den Zigarettenanzünder im Auto.
Wie groß sollte mein Anker sein?
Für Schlauchboote bis 3 m: 3-4 kg Anker reichen. Für 3-4 m Boote: 4-6 kg. Über 4 m oder bei starkem Wind/Strömung: 6-8 kg. Faltanker sind ideal – kompakt verstaubar und effektiv. Das Ankerseil sollte mindestens 3x so lang sein wie die maximale Wassertiefe (z.B. 20-30 m Seil).
Brauche ich einen Motor für mein Schlauchboot?
Nicht zwingend, aber sehr praktisch. Ein Motor lohnt sich bei: großen Seen (schneller zu Hot Spots), Flüssen mit Strömung, Gegenwind, längeren Distanzen (>1 km) oder zum Angeln. Für kleine Teiche und kurze Badestrecken reicht Paddeln. Wichtig: Dein Boot muss motorisierbar sein (Herstellerangaben prüfen)!
Was kostet eine gute Schlauchboot-Grundausstattung?
Basis-Paket (Pumpe, Anker, Reparatur-Kit, Rettungswesten, Paddel): ca. 150-250 Euro. Komfort-Paket (+ Motor, Echolot, Sonnenschutz): ca. 500-800 Euro. Premium-Paket (+ GPS, Kühlbox, Fischerausrüstung): 1.000+ Euro. Starte mit dem Basis-Paket und rüste nach Bedarf auf.
Welche Rettungsweste ist die richtige?
Für Binnengewässer: 50 N Auftriebsweste reicht (ca. 20-40 Euro). Für Küste/Meer: 100-150 N Rettungsweste mit Kragen (ca. 40-80 Euro). Automatik-Rettungswesten sind bequemer, kosten aber mehr (80-150 Euro). Wichtig: Größe nach Gewicht wählen, nicht nach Körpergröße. Für Kinder immer passende Kinderwesten (50 N)!
