Segelschein: Kosten, Ablauf & Anbieter 2026
Segelschein: Kosten, Ablauf class="hero-image" loading="lazy" style="width:100%;max-height:400px;object-fit:cover;border-radius:12px">Du träumst davon, auf einem Segelboot über Seen oder Meere zu gleiten? Dann brauchst du in den meisten Fällen einen Segelschein – in Deutschland offiziell "Sportbootführerschein" genannt. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über Kosten, Ablauf, Anbieter und wie du 2026 am besten zu deinem Segelschein kommst.
Die gute Nachricht: Einen Segelschein zu machen ist deutlich einfacher und günstiger als viele denken. Mit modernen Online-Kursen, flexiblen Wochenend-Schulungen und Intensivkursen im Urlaub gibt es für jeden Lebensstil das passende Modell. Ob du lieber in zwei Wochen zum Schein willst oder dich über mehrere Monate vorbereitest – beides ist möglich.
Wichtig zu wissen: In Deutschland gibt es verschiedene Segelscheine für unterschiedliche Gewässer. Der "Sportbootführerschein See" (SBF See) ist der wichtigste und gilt für Küstengewässer. Der "Sportbootführerschein Binnen" gilt für Seen und Flüsse. Viele machen beide gleichzeitig, da sich die Inhalte überschneiden und die Kombi-Prüfung günstiger ist als zwei separate Scheine.
Inhaltsverzeichnis
- Was kostet ein Segelschein?
- Welche Segelscheine gibt es?
- Ablauf: Von der Anmeldung zur Prüfung
- Die besten Anbieter im Vergleich
- Theoretische Prüfung: Was kommt dran?
- Praktische Prüfung: Die Pflichtmanöver
- Tipps für die Prüfungsvorbereitung
- Häufige Fragen zum Segelschein
Was kostet ein Segelschein? — Alle Ausgaben im Überblick
Die Kosten für einen Segelschein variieren stark je nach Ausbildungsmodell, Region und Anbieter. Hier ist eine realistische Übersicht aller Ausgaben, die auf dich zukommen:
| Kostenposition | SBF Binnen | SBF See | Kombi (Binnen + See) |
|---|---|---|---|
| Online-Kurs (selbstständig) | 150-250 € | 180-300 € | 250-400 € |
| Präsenz-Wochenendkurs | 350-500 € | 400-600 € | 600-900 € |
| Intensivkurs (1-2 Wochen) | 600-900 € | 700-1.200 € | 900-1.500 € |
| Prüfungsgebühren | 80-120 € | 100-150 € | 150-220 € |
| Lehrmaterial (Bücher, Apps) | 40-80 € | 50-100 € | 70-120 € |
| Ärztliches Attest | 20-40 € | 20-40 € | 20-40 € |
| Passfoto | 10-15 € | 10-15 € | 10-15 € |
Spar-Tipp: Die Kombi-Prüfung (Binnen + See) ist fast immer günstiger als zwei separate Scheine. Du lernst viele Inhalte nur einmal und sparst bei Prüfungsgebühren und Kursen 200-400 Euro. Wenn du vorhast, sowohl auf Seen als auch auf dem Meer zu segeln, mach gleich beide zusammen!
Versteckte Kosten, an die du denken solltest
Neben den offensichtlichen Kursgebühren gibt es weitere Ausgaben:
- Anreise & Unterkunft: Bei Intensivkursen am Meer oder an Seen können 200-600 € für Hotel/Pension anfallen
- Verpflegung: 50-150 € je nach Kursdauer
- Wiederholungsprüfung: 40-80 € falls du durchfällst (kommt bei 20-30% vor)
- Zusätzliche Praxisstunden: 50-100 €/Stunde wenn du mehr Übung brauchst
- Ausrüstung: Segelhandschuhe, Sonnenbrille, Regenjacke – nicht zwingend, aber sinnvoll (100-200 €)
Mein Fazit: Rechne realistisch mit 400-600 Euro für SBF Binnen, 500-800 Euro für SBF See oder 700-1.200 Euro für die Kombi. Intensivkurse mit Unterkunft können bis 1.500 Euro kosten, sind aber auch die schnellste und oft effektivste Methode.
Welche Segelscheine gibt es in Deutschland?
Das deutsche Segelschein-System ist klar strukturiert – aber auch etwas verwirrend für Einsteiger. Hier sind die wichtigsten Scheine:
Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) unter Segel
Dieser Schein gilt für Binnengewässer – also Seen, Flüsse und Kanäle in Deutschland. Du brauchst ihn für Segelboote mit mehr als 3 Quadratmetern Segelfläche auf den meisten größeren Seen (z.B. Bodensee, Chiemsee, Müritz). Auf kleineren Seen und privaten Gewässern ist er oft nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert.
Voraussetzungen: Mindestalter 14 Jahre (unter 18 nur Binnen, kein See), ärztliches Attest, keine Vorstrafen
Sportbootführerschein See (SBF See)
Der wichtigste Schein für Segler. Er gilt für Küstengewässer (Nord- und Ostsee) bis 3 Seemeilen vor der Küste und ist in vielen Ländern anerkannt. Viele Segelschulen und Charter-Firmen verlangen mindestens den SBF See. Er gilt auch auf Binnengewässern, ersetzt dort aber nicht vollständig den SBF Binnen (es fehlen binnenspezifische Inhalte).
Voraussetzungen: Mindestalter 16 Jahre, ärztliches Attest, keine Vorstrafen
Sportküstenschifferschein (SKS)
Der nächste Schritt nach dem SBF See. Berechtigt zum Führen von Segelyachten in küstennahen Gewässern (alle Meere bis 12 Seemeilen von der Küste). Wird von vielen Charter-Firmen im Mittelmeer und weltweit verlangt. Deutlich anspruchsvoller als SBF See – du lernst Navigation, Wetterkunde, Gezeitenlehre und fortgeschrittene Seemannschaft.
Voraussetzungen: SBF See + 300 Seemeilen Praxiserfahrung (nachgewiesen)
Sportseeschifferschein (SSS) & Sporthochseeschifferschein (SHS)
Die höchsten Segelscheine für weltweites Fahrtensegeln und Hochsee. Nur nötig, wenn du professionell segeln oder als Skipper auf Langstrecken-Törns arbeiten willst. Für Hobby-Segler meist überdimensioniert.
Empfehlung für Einsteiger: Starte mit SBF See (oder Kombi Binnen + See). Das reicht für 95% aller Hobby-Segler und ermöglicht dir Charteryachten auf Ostsee, Mittelmeer und vielen anderen Revieren. Den SKS kannst du später nachholen, wenn du merkst, dass du intensiver segeln willst.
Ablauf: Von der Anmeldung zur Prüfung
Der Weg zum Segelschein folgt einem klaren Ablauf. Hier beschreibe ich den typischen Prozess Schritt für Schritt:
Schritt 1: Segelschule/Anbieter auswählen
Recherchiere verschiedene Anbieter in deiner Region oder an deinem Wunsch-Segelrevier. Achte auf Bewertungen, Kurstermine, Preise und die Flexibilität (Online vs. Präsenz). Beliebte Anbieter sind örtliche Segelschulen, Wassersportvereine, VHS-Kurse und Online-Akademien wie Pantaenius Akademie, Rüm Hart oder Hafenmeister24.
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Schritt 2: Anmeldung & Unterlagen einreichen
Nach der Kursanmeldung reichst du folgende Unterlagen ein:
- Anmeldeformular (vom Anbieter)
- Kopie Personalausweis oder Reisepass
- Ärztliches Attest (Seh- und Hörtest, allgemeine Tauglichkeit) – Formular bekommst du vom Anbieter
- 1-2 biometrische Passfotos
- Führungszeugnis (manchmal verlangt, meist nicht nötig für Freizeitscheine)
- Kursgebühr überweisen
Schritt 3: Theoretische Ausbildung (20-40 Stunden)
Du lernst die theoretischen Grundlagen – je nach Kursmodell online, an Wochenenden oder im Intensivkurs. Die Themen umfassen:
- Seemannschaft (Knoten, Manöver, Sicherheit)
- Navigation (Karten lesen, Kursbestimmung, GPS)
- Verkehrsrecht (Schifffahrtsregeln, Vorfahrt, Signale)
- Wetterkunde (Windstärken, Wolken, Wettervorhersage)
- Schifffahrtszeichen (Tonnen, Leuchtfeuer, Kardinalsystem)
Die meisten Anbieter geben dir Zugang zu Lern-Apps mit allen Prüfungsfragen. Übe diese durch, bis du 90%+ erreichst – dann bist du sicher.
Schritt 4: Praktische Ausbildung (10-20 Stunden auf dem Wasser)
Der praktische Teil findet auf einem Segelboot statt – meist eine Jolle oder kleine Yacht. Du lernst alle Pflichtmanöver:
- Segelsetzen und Bergen
- Wenden und Halsen (Richtungswechsel)
- An- und Ablegen (Hafen- und Anlegemanöver)
- Mensch-über-Bord-Manöver (Rettung einer Person aus dem Wasser)
- Knoten (Achtknoten, Palstek, Kreuzknoten, Webleinstek, etc.)
- Motorboot-Manöver (beim SBF See auch Motorboot-Führung)
Die Praxisausbildung dauert je nach Vorkenntnissen 2-5 Tage (ca. 12-20 Stunden Segelzeit). Bei Intensivkursen ist das im Paket enthalten, bei Wochenendkursen verteilt sich das auf mehrere Termine.
Schritt 5: Theoretische Prüfung
Die theoretische Prüfung findet vor einem Prüfungsausschuss (meist DMYV oder DSV) statt. Du beantwortest:
- 30 Multiple-Choice-Fragen aus einem Katalog von ca. 300 Fragen (mindestens 21 richtig = bestanden)
- Navigationsaufgabe: Kurs in eine Seekarte eintragen, Kurse und Positionen bestimmen
Die Prüfung dauert 60-90 Minuten. Du darfst Hilfsmittel wie Navigationsdreieck, Zirkel und Kursbuch verwenden. Taschenrechner sind nicht erlaubt (alle Berechnungen mit Kopf oder auf Papier).
Schritt 6: Praktische Prüfung
Nach bestandener Theorie folgt die Praxisprüfung auf dem Wasser (kann auch vorher stattfinden). Der Prüfer testet alle Pflichtmanöver:
- Knoten binden (mindestens 5-7 verschiedene)
- Segelmanöver zeigen (Wende, Halse, Aufstoppen)
- Mensch-über-Bord-Rettung durchführen
- An- und Ablegen am Steg
- Motorboot-Manöver (beim SBF See)
Die Praxisprüfung dauert 30-60 Minuten. Meist sind 2-3 Prüflinge gleichzeitig auf dem Boot. Jeder zeigt reihum seine Manöver. Die Durchfallquote liegt bei etwa 10-15% – mit ordentlicher Vorbereitung bestehen die meisten.
Schritt 7: Schein abholen – und ab aufs Wasser!
Nach bestandener Prüfung bekommst du deinen Sportbootführerschein als offizielles Dokument (kartengroß, laminiert). Die Ausstellung dauert 2-6 Wochen. Manche Prüfungsausschüsse stellen sofort eine vorläufige Bescheinigung aus, mit der du sofort segeln darfst.
Glückwunsch – du bist jetzt offiziell berechtigt zu segeln! Jetzt heißt es: Praxis sammeln, Erfahrung aufbauen und die Welt vom Wasser aus erkunden.
Die besten Anbieter für Segelschein-Kurse 2026
Die Wahl des richtigen Anbieters hat großen Einfluss auf deine Lernerfahrung und Erfolgschancen. Hier sind die besten Optionen:
1. Online-Akademien (Flexibel & Günstig)
Beispiele: Rüm Hart, Hafenmeister24, Pantaenius Akademie
Kosten: 150-400 € (nur Theorie, Praxis separat buchbar)
Vorteile: Lernen in eigenem Tempo, günstig, flexibel, gute Apps und Videos
Nachteile: Praxis muss separat organisiert werden, weniger persönliche Betreuung
Für wen? Selbstlerner mit wenig Zeit, Menschen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, Sparfüchse
2. Lokale Segelschulen (Persönlich & Gründlich)
Beispiele: Segelschulen an Ostsee, Bodensee, Chiemsee, Steinhuder Meer, etc.
Kosten: 500-1.000 € (Theorie + Praxis im Paket)
Vorteile: Persönliche Betreuung, erfahrene Lehrer, alles aus einer Hand, Networking mit anderen Seglern
Nachteile: Feste Termine, teurer, ortsgebunden
Für wen? Menschen, die strukturiertes Lernen bevorzugen, Anfänger ohne Vorkenntnisse, alle, die Wert auf Qualität legen
3. Intensivkurse / Urlaubskurse (Schnell & Effektiv)
Beispiele: Segelschulen in Kroatien, Griechenland, Ostsee-Reviere
Kosten: 800-1.500 € (inkl. Unterkunft, oft auch Verpflegung)
Vorteile: Schnellste Methode (Schein in 1-2 Wochen), Urlaub + Lernen kombiniert, intensives Training, hohe Erfolgsquote
Nachteile: Teuer, Urlaub nötig, straff organisiert
Für wen? Berufstätige mit begrenztem Zeitbudget, Menschen, die lieber intensiv als langwierig lernen, alle, die Urlaub sinnvoll nutzen wollen
4. Wassersportvereine (Günstig & Community)
Beispiele: Lokale Segel- und Yachtclubs
Kosten: 300-600 € (oft günstiger für Vereinsmitglieder)
Vorteile: Sehr günstig, Community-Gefühl, langfristige Segelpartner finden
Nachteile: Oft ehrenamtlich organisiert, längere Wartelisten, weniger professionell
Für wen? Menschen, die langfristig im Verein aktiv sein wollen, Sparfüchse, alle, die eine Segler-Community suchen
Mein Tipp: Wenn du flexibel bist und Geld sparen willst – Online-Theorie + Praxis-Wochenende bei einer Segelschule. Wenn du schnell zum Schein willst – Intensivkurs (z.B. 10 Tage Kroatien im Mai/September, günstiger als Juli/August). Wenn du langfristig segeln willst – tritt einem Verein bei und mach dort den Schein.
Theoretische Prüfung: Was kommt dran?
Die theoretische Prüfung wirkt auf den ersten Blick einschüchternd – ist aber mit Vorbereitung gut machbar. Hier sind die wichtigsten Themen und wie du dich optimal vorbereitest:
Navigation (ca. 30% der Fragen)
Du musst Kurse in Seekarten eintragen, Positionen bestimmen, Peilungen durchführen und Distanzen berechnen. Wichtig: Übe mit echten Seekarten und Navigationsbesteck (Dreieck, Zirkel). Die Navigationsaufgabe ist ein eigener Prüfungsteil – hier fallen viele durch! Lerne die Kursumrechnung (rechtweisend ↔ missweisend ↔ Kompasskurs) auswendig.
Verkehrsregeln & Schifffahrtszeichen (ca. 25%)
Du musst die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) kennen: Wer hat Vorfahrt? Welche Signale zeigt welches Schiff? Was bedeuten die verschiedenen Tonnen, Leuchtfeuer und Kardinalsysteme? Tipp: Lerne mit Bildkarten – das visuelle Gedächtnis hilft enorm.
Seemannschaft & Manöver (ca. 20%)
Welche Knoten für welchen Zweck? Wie funktioniert eine Wende vs. Halse? Was machst du bei Mensch über Bord? Wie sicherst du ein Boot im Hafen? Diese Fragen sind meist Multiple-Choice und mit gesundem Menschenverstand + Kurs-Vorbereitung lösbar.
Wetterkunde (ca. 15%)
Beaufort-Skala (Windstärken), Wolkenarten, Wettervorhersage interpretieren. Du musst keine Meteorologie studieren, aber Grundlagen wie "Welche Wolke bedeutet Gewitter?" oder "Ab welcher Windstärke sollte ein Anfänger nicht mehr raus?" solltest du kennen.
Sicherheit & Notfälle (ca. 10%)
Rettungswesten, Pyrotechnik, Notrufe, Verhalten bei Unfall oder Schiffbruch. Oft gesunder Menschenverstand – aber lerne die genauen Regeln (z.B. Notruf auf Kanal 16 UKW).
Wie bereitest du dich vor?
- Arbeite alle 300 Prüfungsfragen mindestens 3x durch (Apps: "SBF See", "Sportbootführerschein 2024" von Delius Klasing)
- Übe die Navigationsaufgaben mit echten Seekarten – mindestens 10 verschiedene Aufgaben vollständig lösen
- Mach Mock-Prüfungen unter Zeitdruck (60 Minuten für 30 Fragen + Navi-Aufgabe)
- Lerne die Knoten praktisch – nicht nur theoretisch! Du musst sie in der Praxis binden können
Praktische Prüfung: Die Pflichtmanöver
Die Praxisprüfung ist der spannendere Teil – und für viele auch der schwerere. Hier zeigst du, dass du ein Boot sicher führen kannst. Die Pflichtmanöver unterscheiden sich leicht je nach Schein (SBF Binnen vs. See), aber die Grundlagen sind gleich:
Pflicht-Knoten (7-8 Stück)
Du musst folgende Knoten blind und schnell binden können:
- Achtknoten: Stopper am Seilende
- Palstek: Der wichtigste Segelknoten – feste Schlaufe
- Kreuzknoten: Zwei Leinen gleicher Stärke verbinden
- Webleinstek: Befestigen an Pfahl oder Ring
- Stopperstek: Festmachen mit Belastung
- Rundtörn mit zwei halben Schlägen: Festmachen am Poller
- Slipstek: Schnell lösbarer Knoten
Übe diese Knoten täglich für 10 Minuten – nach zwei Wochen kannst du sie im Schlaf.
Segelmanöver
- Wende: Bug durch den Wind drehen (langsam, kontrolliert)
- Halse: Heck durch den Wind drehen (Vorsicht: Baum schwingt rüber!)
- Aufstoppen: Boot anhalten (Segel dichthalten, Ruder gegenlenken)
- Beidrehen: Boot im Wind "parken"
Mensch-über-Bord-Manöver
Das wichtigste Manöver – rettet Leben! Du musst eine "über Bord gegangene Person" (in der Prüfung eine Boje) aufnehmen. Übliche Methode: Q-Wende oder Halse mit Aufschießer. Das Manöver muss sitzen – übe es 10+ Mal in der Ausbildung.
An- und Ablegen
Zeige, dass du ein Boot sicher am Steg festmachen und wieder ablegen kannst. Achte auf Wind, Strömung und saubere Leinen-Führung. Wichtig: Fender ausbringen, Leinen richtig belegen (Spring, Achter, Vor).
Motorboot-Manöver (SBF See)
Beim SBF See musst du auch Motorboot fahren können: Geradeaus, Kurven, Rückwärtsfahren, Anlegen. Klingt einfach, aber Boote steuern anders als Autos – übe das Rückwärtsfahren besonders!
Prüfungstag-Tipps:
- Zieh dich dem Wetter angepasst an (Zwiebelprinzip, Regenjacke, rutschfeste Schuhe!)
- Sei ausgeschlafen – müde Segler machen Fehler
- Bleib ruhig – der Prüfer will, dass du bestehst, nicht dass du scheiterst
- Wenn du einen Fehler machst: Weitermachen! Ein Patzer ist okay, mehrere nicht
- Kommuniziere mit dem Prüfer – erkläre, was du tust ("Ich setze jetzt die Fock")
Tipps für die Prüfungsvorbereitung — So bestehst du beim ersten Mal
Mit der richtigen Vorbereitung bestehen 80% aller Teilnehmer beim ersten Anlauf. Hier sind meine erprobten Tipps:
Der 80/20-Tipp: Konzentriere dich auf die häufigsten Fehlerquellen: Navigationsaufgabe (Kursumrechnung!), Knoten (Palstek, Rundtörn), Mensch-über-Bord. Diese drei Punkte entscheiden oft über Bestehen oder Durchfallen. Wenn du hier sattelfest bist, hast du 80% geschafft.
1. Nutze Lern-Apps – aber richtig
Apps wie "SBF See" oder "BoatDriver" sind Gold wert. Aber: Lerne nicht nur durch wildes Durchklicken. Geh thematisch vor – erst alle Fragen zu "Navigation", dann "Verkehrsregeln", dann "Wetterkunde". Wiederhole falsch beantwortete Fragen am nächsten Tag. Ziel: 95%+ richtige Antworten im Wiederholungsmodus.
2. Übe Navigation mit echten Seekarten
Die digitale App hilft bei Multiple-Choice, aber für die Navi-Aufgabe brauchst du echte Karten. Kaufe Übungskarten (ca. 15-25 Euro) und arbeite mindestens 10 Navigationsaufgaben durch. Zeit dich – du hast in der Prüfung nicht ewig Zeit.
3. Binde Knoten täglich
Kauf dir ein Übungsseil (Bootsseil, 5-8mm Durchmesser, ca. 3 Meter) und binde jeden Abend 5 Minuten alle Knoten. Nach zwei Wochen sitzen sie perfekt. YouTube-Videos helfen beim Lernen – such nach "Palstek Anleitung" oder "Segelknoten SBF".
4. Mach mehr Praxisstunden als nötig
Viele Kurse bieten 12-15 Stunden Praxis. Wenn du unsicher bist, buch 3-5 zusätzliche Stunden (50-100 €). Besser einmal mehr üben als in der Prüfung scheitern und 80 € Wiederholungsgebühr zahlen.
5. Lerne mit anderen
Such dir Lernpartner aus deinem Kurs oder in Online-Foren. Gegenseitig abfragen, Knoten vorbinden lassen, gemeinsam Navi-Aufgaben lösen – das macht mehr Spaß und ist effektiver als alleine lernen.
6. Simuliere die Prüfungssituation
Eine Woche vor der Prüfung: Mach eine komplette Mock-Prüfung unter realen Bedingungen. 60 Minuten Zeit, 30 Fragen + Navi-Aufgabe, kein Handy, keine Hilfe. Wenn du hier 90%+ schaffst, bist du bereit.
Häufige Fragen zum Segelschein
Was kostet ein Segelschein in Deutschland 2026?
Die Gesamtkosten für einen Segelschein liegen zwischen 400-1.500 Euro. Ein reiner Online-Kurs kostet ab 150 Euro, Präsenzkurse 400-800 Euro, Intensivkurse mit Unterkunft 800-1.500 Euro. Dazu kommen Prüfungsgebühren (ca. 80-150 Euro) und eventuell Übernachtung/Anreise. Der SBF Binnen ist meist günstiger als der SBF See.
Wie lange dauert es, einen Segelschein zu machen?
Die Dauer variiert je nach Kursmodell: Online-Kurse mit eigener Zeiteinteilung (4-12 Wochen), Wochenendkurse (4-8 Wochenenden), Intensivkurse (1-2 Wochen Vollzeit). Die reine Lernzeit beträgt etwa 40-60 Stunden Theorie plus 15-30 Stunden Praxis. Mit einem Intensivkurs kannst du den Schein in 7-14 Tagen machen.
Welchen Segelschein brauche ich?
Für Binnengewässer (Seen, Flüsse): Sportbootführerschein Binnen unter Segel. Für Küstengewässer (Nord-/Ostsee): Sportbootführerschein See. Für weltweite Fahrtensegeln: zusätzlich Sportküstenschifferschein (SKS) oder Sportseeschifferschein (SSS). Einsteiger starten meist mit SBF See, da dieser auch auf Binnengewässern gilt.
Ist die Segelschein-Prüfung schwer?
Die theoretische Prüfung ist mit guter Vorbereitung gut machbar. Du musst 30 Multiple-Choice-Fragen beantworten (mindestens 21 richtig) und Navigationsaufgaben lösen. Die Durchfallquote liegt bei etwa 20-30%. Die praktische Prüfung erfordert Übung: Pflichtmanöver wie Wenden, Halsen, Mensch-über-Bord, An- und Ablegen. Mit einem ordentlichen Kurs bestehen die meisten beim ersten Versuch.
Kann ich den Segelschein online machen?
Die Theorie kannst du komplett online lernen – mit Apps, Videos und interaktiven Kursen. Die theoretische Prüfung findet aber vor Ort beim Prüfungsausschuss statt. Die praktische Ausbildung und Prüfung muss zwingend auf dem Wasser stattfinden (meist 2-3 Tage). Hybridmodelle kombinieren Online-Theorie mit Praxis-Wochenenden und sind besonders flexibel.
Quellen & weiterführende Informationen:
- Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) — Sportbootführerscheine
- Deutscher Motoryachtverband (DMYV) — Sportbootführerschein
- Deutscher Segler-Verband (DSV) — Ausbildung & Scheine
- Verband Deutscher Sportbootschulen (VDS)
- Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)
- Eigene Erfahrungen aus Segelkursen und Prüfungen 2019-2026
