SUP im Winter — Tipps, Ausrüstung & Sicherheit

SUP im WinterSUP im Winter

Die meisten SUP-Fahrer packen ihr Board im Oktober ein und warten auf den Frühling. Schade eigentlich — denn Winter-SUP hat einen ganz besonderen Reiz: glasklares Wasser, absolute Stille, Nebelschwaden über dem See und eine Lichtstimmung, die es im Sommer nie gibt. Mit der richtigen Ausrüstung ist Stand-Up-Paddling auch bei Kälte sicher und unglaublich lohnend.

Warum Winter-SUP?

Die richtige Ausrüstung — Darauf kommt es an

Trockenanzug vs. Neoprenanzug

Trockenanzug Neoprenanzug (5/4mm)
Wassertemp. 0-15°C 8-18°C
Schutz bei Sturz Exzellent — bleibt trocken Gut — wärmt auch nass
Beweglichkeit Sehr gut Eingeschränkt
Komfort Hoch (normale Kleidung drunter) Mittel (eng anliegend)
Preis 300-800 € 150-400 €
Empfehlung ⭐ Klare Empfehlung für Winter Für Herbst/Frühling ok

⚠️ Goldene Regel: Kleide dich immer für die Wassertemperatur, nicht für die Lufttemperatur! An einem sonnigen Wintertag mit 10°C Luft aber 4°C Wasser kann ein Sturz ins Wasser ohne Schutzkleidung lebensgefährlich sein. Die DLRG empfiehlt unter 10°C Wassertemperatur einen Trockenanzug.

Unverzichtbare Winter-Ausrüstung

Sicherheitsregeln für Winter-SUP

  1. Nie alleine paddeln: Im Winter ist ein Buddy Pflicht. Wenn du ins kalte Wasser fällst, kann ein Begleiter lebensrettend sein.
  2. Nah am Ufer bleiben: Maximal 50 Meter. Im Notfall musst du schnell ans Land kommen.
  3. Wetter prüfen: Wind, Strömung und Temperatur checken. Bei Sturm, Gewitter oder starkem Wind: zu Hause bleiben.
  4. Jemandem Bescheid sagen: Route und geplante Rückkehrzeit mitteilen. Handy in wasserdichter Hülle mitnehmen.
  5. Warm-up an Land: 10 Minuten aufwärmen, bevor du aufs Wasser gehst. Kalte Muskeln = höheres Verletzungsrisiko.
  6. Sitzposition kennen: Bei Wind oder Unsicherheit: auf die Knie gehen oder hinsetzen. Lieber stabil als cool.
  7. Sessions kurz halten: 45-60 Minuten reichen im Winter. Lieber kürzer und warm als zu lang und unterkühlt.

Kälteschock verstehen — Warum kaltes Wasser so gefährlich ist

Bei Wassertemperaturen unter 15°C setzt der sogenannte Kälteschock ein — eine automatische Reaktion des Körpers:

  1. Phase 1 (0-2 Min): Unkontrolliertes Einatmen (Keuchreflex). Gefahr des Ertrinkens durch Wassereinatmung. Deshalb: Rettungsweste!
  2. Phase 2 (2-15 Min): Schwimmversagen. Kalte Muskeln können den Körper nicht mehr bewegen. Ohne Auftriebshilfe sinkt man.
  3. Phase 3 (15-45 Min): Unterkühlung. Kerntemperatur sinkt, Bewusstlosigkeit droht.

Der Trockenanzug schützt vor allen drei Phasen — er hält den Körper trocken und verhindert den direkten Kontakt mit kaltem Wasser. Das ist der Grund, warum er im Winter Pflicht ist.

Die besten Winter-SUP Spots in Deutschland

Board-Pflege im Winter

Dein aufblasbares SUP Board übersteht den Winter problemlos — wenn du es richtig behandelst:

Empfohlene Winter-Ausrüstung

Trockenanzug: O'Neill Boost Drysuit

Der O'Neill Boost Drysuit ist unser Top-Tipp für Winter-SUP. Leicht, beweglich und mit zuverlässigen Latex-Manschetten. Der Reißverschluss am Rücken ist wasserdicht, die Füßlinge sind integriert. Preis: ca. 350-500 Euro.

Neoprenschuhe: Cressi Isla 5mm

Die Cressi Isla Neoprenschuhe mit 5mm Neopren halten die Füße auch bei Minusgraden warm. Die feste Sohle bietet guten Halt auf dem Board, und der seitliche Reißverschluss macht das An- und Ausziehen einfach.

Neoprenhandschuhe: Roxy Syncro+ 3mm

Dünne 3mm Neoprenhandschuhe bieten den besten Kompromiss aus Wärme und Griffigkeit. Dickere Handschuhe (5mm) wärmen mehr, aber du verlierst das Gefühl für das Paddel.

Häufig gestellte Fragen

Kann man im Winter SUP fahren?

Ja, mit der richtigen Ausrüstung (Trockenanzug, Neoprenschuhe, Rettungsweste) ist Winter-SUP sicher und macht enormen Spaß.

Welche Ausrüstung braucht man für Winter-SUP?

Unverzichtbar: Trockenanzug oder dicker Neopren (5/4mm), Neoprenschuhe (5mm), Handschuhe (3mm), Leash und Rettungsweste.

Ist Winter-SUP gefährlich?

Ohne richtige Ausrüstung ja. Kälteschock ist eine reale Gefahr. Mit Trockenanzug, Buddy und Sicherheitsausrüstung ist das Risiko beherrschbar.

✍️ Über den Autor: Kai Petersen paddelt seit 5 Jahren auch im Winter — und will es nie wieder missen. Die ersten Winter-Sessions waren eine Überwindung, inzwischen ist der Dezember sein liebster SUP-Monat.

Quellen & weiterführende Links: